Die Sache mit der Makler-Reservierungsgebühr

Makler fordern Reservierungsgebühr

Aktuell lebt der Immobilienmarkt in der Marina Alta auf und viele Häuser finden neue Besitzer. Was allerdings viele Kunden berichten, macht sprachlos. Immer öfter sehen sich Kaufinteressenten von ihren Maklern genötigt, für ihre Wunschimmobilie eine Reservierungsgebühr zu zahlen.

 

Besichtigungstermin in Dénia. Bei den Interessenten ist es Liebe auf den ersten Blick. Dennoch möchte man sich noch besprechen und erbittet ein wenig Zeit. Da bringt der Makler das Thema Reservierungsgebühr auf den Tisch:  Ziel soll sein, dass der Agent das Haus für eine bestimmte Zeit vom Markt nimmt.

Zwei gravierende Haken

Klingt einleuchtend, hat aber zwei Haken: 1. Eine rechtlich verbindliche Zusicherung ist solche eine Reservierungsgebühr nicht. Allerdings verfällt sie, wenn sich die potenziellen Käufer für ein anderes Objekt entscheiden. Der zweite Haken ist noch schmerzhafter. Die wenigsten Makler haben Häuser exklusiv unter Vertrag und daher gar keinen Einfluss, ob die Immobilie anderweitig verkauft wird.

Grundsätzlich sieht das spanische Recht einen solchen Reservierung vor, die jedoch in einem seriösen Vertrag (acuerdo de reserva) festgehalten werden muss. Darin muss die Gebühr und die Dauer der Reservierung, also die Anzahl der Tage/Wochen vermerkt sein.

Viele Kunden berichten, dass sie ohne Vertrag eine Gebühr überweisen – oder bar bezahlen oder einen Blankovertrag ohne nähere Angaben unterscheiben sollen. Das ist in jedem Fall rechtlich unzulässig und unseriös. Finger weg von solchen windigen Geschäften!

Anzahlung verfällt

Wer Bedenkzeit benötigt, um beispielsweise Unterlagen zu prüfen und daher einen solchen Vertrag vorgelegt bekommen, muss bedenken, dass die Reservierungsgebühr entfällt, wenn er das Objekt am Ende nicht kauft. Kommt es zu einem Kauf, wird die Gebühr auf die Option oder den Kaufpreis angerechnet.

Höhe der Gebühr

Je nach Gusto des Maklers verlangen diese Reservierungsgebühren zwischen fünf und 15.000. Da sollte man hellhörig werden und sich selbst bei einem so volatilen Markt wie aktuell als Kunde nicht unter Druck setzen lassen.

Etwas anderes ist es bei einem schlüsselfertigen Neubau. Da verlangen die meisten Bauträger rund 6.000 Euro als Anzahlung. Bei einem geplanten Bauprojekt werden im Durchschnitt um die 3.000 Euro als Anzahlung fällig. Auf jeden Fall sollte der Interessent den Reservierungsvertrag durch einen Rechtsanwalt seines Vertrauens prüfen lassen.

Allerdings: Reservierungsverträge machen eigentlich nur Sinn, wenn für ein bestimmtes Objekt eine extrem hohe Nachfrage besteht.

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